Der erste November, Allerheiligen, ist im katholischen Polen ein Feiertag. Hier haben an diesem Tag alle Geschäfte, Supermärkte, Kioske usw. zu und auch Busse fahren kaum.
Schon Tage vor dem ersten November beginnt hier der Ansturm auf eine Industrie die wir in Deutschland - vor allem im lutherischen Norden - wohl nie kennenlernen werden: Friedhofszubehör! Es werden Blumen, Gestecke und Kerzen in nahezu unglaublichen Massen gekauft. Die Straßen sind wie ausgestorben. Aber auf den Friedhöfen versammelt man sich. Fast alle Polen fahren an diesem Tag gleich mehrere Friedhöfe an um sich dort mit Verwandten und Freunden zu treffen und am Grab der Menschen die einem wichtige waren an eben diese zu denken.
Mit dem Bus Nummer 40 kam ich grad her
Ich muss euch sagen ich wunderte mich sehr
All überall im Straßengewirr
Sah ich Menschen mit Friedhofsgeschirr
Omas, Familien mit Blumen und Kerzen
Mal fröhlich, mal ernst, mit Trauer im HerzenAm Abend erklingen dann die Lichter
Kerzen, Menschen, Gebete und Dichter
Alles wirkt unwirklich und doch so vertraut
Das hab’ ich den Polen gar nicht zugetraut.
Warum können müssen wir Deutschen etwas so wichtiges im Leben mit einem so deprimierenden “Fest” wie dem Totensonntag würdigen? Ich bin mir allerdings gar nicht sicher ob man da überhaupt von Würde sprechen darf nachdem ich das hier in Polen erlebt hab:









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